Das Bild zeigt einen Arzt am Tisch, der den Blutdruck einer jungen Patientin mit einem Blutdruckmessgerät misst.

Grußworte

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Prof. Dr. med. Ulrich Keilholz

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Prof. Dr. med. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

Grußwort zum

Berliner Symposium Integrated Palliative Cancer Care
black or white or shades of grey

„Wir müssen reden!“

Schaut man durch ein Kaleidoskop auf das Leben eines Patienten mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung, so ist das Grundmuster nicht schwarz oder weiß und es spielen auch nicht nur Nuancen von Grau eine Rolle, nein, verschieden intensive Farben und Schattierungen spiegeln die variierenden Befindlichkeiten zwischen Hoffnung und Enttäuschung, Belastung und Entlastung, Schwäche und Stärke, Abschied und Lebensfreude, dem Besonderen und dem Alltag und vielem mehr. Eine winzige Bewegung der bunten Glassteinchen genügt und schon ergibt sich ein anderes Bild.

Tumorerkrankte Patientinnen und Patienten wie auch ihre Angehörigen bei dem Wechselspiel der Gemütszustände, Überlegungen und vor allem Perspektiven adäquat und gut zu begleiten, mit ihnen offen über Optionen und Begrenzungen der Behandlung zu sprechen, ohne ihnen die Hoffnung zu nehmen, zu erkennen, an welchem Punkt das Gegenüber in diesem Moment steht, darin besteht die Kunst einer klaren, einfühlsamen und hilfreichen Kommunikation insbesondere mit an Krebs erkrankten Menschen.

Es ist richtig und wichtig, dass das Symposium genau diese Fragen aufgreift: Wie spreche ich mit onkologischen Patienten über die verschiedenen Therapieoptionen und möglichen Verläufe? Was brauchen sie und ihre Familien an Informationen für anstehende Entscheidungen? Wer aus dem Behandlungsteam übernimmt welchen Teil der Kommunikation?

Deshalb freuen wir uns nun schon zum zweiten Mal, für das Berliner Symposium „Integrated Palliative Cancer Care“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie die Schirmherrschaft übernehmen zu dürfen. Wir halten es nach wie vor für eine dringliche Aufgabe, als multiprofessionellen Fachgesellschaft an vielen Stellen dafür Sorge zu tragen, dass palliative Behandlungs- und Versorgungskonzepte frühestmöglich in die onkologische und hämatologische Diagnostik und Therapie integriert werden. Freuen Sie sich auf entsprechende Impulse zur Ausgestaltung von Palliativversorgung parallel zur onkologischen Behandlung!

Den Teilnehmenden des Symposiums wünsche ich einen vielseitigen Austausch zu den Herausforderungen insbesondere in der Kommunikation. Denn eine frühzeitige Integration von Palliative Care und moderner Krebsbehandlung kann nur gelingen, wenn sich auch die Kolleginnen und Kollegen aus kurativen wie palliativen Behandlungsfeldern vornehmen:
„Wir müssen reden!“

Prof. Dr. med. Lukas Radbruch
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin 

Dr. med. Irmgard Landgraf, Vorstandsmitglied des Hausärzteverband Berlin und Brandenburg e.V. (BDA

Für krebskranke Patienten ändert sich mit der Diagnosestellung ihr aktuelles Leben einschneidend. Nichts ist mehr so wie es war, sie werden mit der Endlichkeit ihres Lebens konfrontiert, haben Angst vor der Erkrankung, vor dem damit verbundenen Leiden, vor belastenden Behandlungen und davor, sterben zu müssen.

Sie wissen zunächst nicht, wie es für sie weitergehen soll. Sie müssen sich mit möglichen Therapie-Optionen auseinandersetzen, sich für eine der ihnen empfohlenen Behandlungen entscheiden, mit ihren Angehörigen über ihre schwere Erkrankung über ihre schwere Erkrankung  sprechen, viele verschiedene private und berufliche Dinge regeln. In dieser Situation brauchen Menschen neben professioneller auch emotionale Unterstützung, am besten von jemandem, dem sie vertrauen, der sie, ihre Familie und ihr Leben kennt aber auch über die Erkrankung und ihre Prognose Bescheid weiß. Vor allem wir Hausärzte sind in solchen Situationen gefordert, können dem Patienten und seiner Familie beratend zur Seite stehen, Behandlungen und Behandlungsverläufe erklären und ertragen helfen und damit ganz entscheidend den Behandlungserfolg unterstützen.

Als wichtiges Bindeglied zwischen hochspezialisierten Fachärzten und dem Patienten sind wir aber nicht nur hilfreich bei der Krankheitsbewältigung, sondern auch zuständig für alle notwendigen Begleittherapien sowie für meist auch erforderliche psychoonkologische und palliativmedizinische Maßnahmen.  Am besten gelingt dass in guter Kooperation mit den behandelnden Onkologen.

Dr. med. Irmgard Landgraf

Fachärztin für Innere Medizin

Vorstandsmitglied des Hausärzteverband Berlin und Brandenburg e.V. (BDA

Sabine Dittmar, Mitglied des Deutschen Bundestages

Dr. rer. nat Ute Goerling, Leitung Psychoonkologie, Charité Comprehensive Cancer Center

Bereits zum 2. Mal findet das BERLINER SYMPOSIUM Integrated Palliative Cancer Care statt.

Ein Ziel frühzeitiger Integration palliativer Versorgung parallel zur onkologischen Behandlung liegt in der Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Woran erkennen wir jedoch, ab wann palliative care integriert ist?
Woran erkennen wir, ob angestrebte Modelle effektiv sind?
Und vielleicht das Wichtigste: Woran erkennen wir, ob Multiprofessionalität gelingt?

Ein engagierter Einzelner wird unter den gegebenen Bedingungen wenig bewirken können. Patienten und deren Angehörige benötigen ein breites Spektrum an Versorgungsangeboten, zusätzlich zur onkologischen Therapie. Gefragt ist hier ein Team aus Ärzten, Pflegenden, Psychologen, Sozialpädagogen, Physiotherapeuten sowie weiteren Berufsgruppen, welche supportive Angebote zur Verfügung stellen.
Und schlussendlich, wie kann dieses multiprofessionelle Team eine fragmentierte Versorgung überwinden?

Freuen Sie sich auf interessante Vorträge und Diskussionen. Und vor allem: Bleiben Sie im Gespräch.

Dr. rer. nat. Ute Goerling

Leiterin der Psychoonkologie

Charité Comprehensive Cancer Center

Cindy Stoklossa, Leitung des Sozialdienst Charité Berlin

Eine Erkrankung zusammen mit einem Krankenhausaufenthalt ist häufig eine belastende und krisenhafte Situation für die Betroffenen selbst, sowie für deren Angehörige. Die Behandlung muss über den rein somatischen Kontext hinausgehen.

Den häufig schwerkranken Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen, zu behandeln und zu begleiten setzt ein multiprofessionelles Konzept voraus. Die besondere Belastungssituation von Angehörigen zu erkennen und Entlastung mit Gesprächen, konkrete Informationen sowie Unterstützungsangebote anzubieten, ist ein weiterer Baustein dieses Konzepts. Soziale Arbeit ist dabei integraler Bestandteil, denn soziale Aspekte spielen immer eine Rolle, mit Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Betroffenen und deren Angehörigen.

Ich wünsche den Teilnehmer*innen des Symposiums interessante Eindrücke, Informationen und die Möglichkeit eines multiprofessionellen Austausch.

Cindy Stoklossa

Leitung des Sozialdienstes der Charité

Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen

Janett Markwordt, Pflegerischen Centrumsleitung, Charité – Universitätsmedizin

Die Welt existiert in Millionen von Schattierungen und Farbtönen. Der Himmel ist normalerweise eine Mischung aus Farbe und Schatten, selbst an perfekten Tagen.

Wenn wir lernen, die Welt in Schattierungen zu sehen, eröffnen sich neue Möglichkeiten und wir können Probleme lösen, bei denen oft das Erkennen von shades of grey nötig ist, um gemeinsame Interessen zu erreichen.

Patient*innen mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung und ihre Angehörigen haben häufig vielfältige Symptome und Probleme, die nicht von einer einzelnen Fachperson, gleich welcher Profession, gelindert oder im besten Fall gelöst werden können. In einem Palliativteam gibt es daher keine allein bestimmende Profession, es gibt viele shades of grey.

Damit die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachpersonen zustande kommt, braucht es das Wissen darüber, was die anderen Berufsgruppen dazu beitragen können, um die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen in einer palliativen Situation zu verbessern. Wir brauchen die „Nuancen von Grautönen“ mit ihren unterschiedlichen Perspektiven und den vielen Möglichkeiten, die sich in der Zusammenarbeit bieten.

Ich wünsche den Teilnehmenden des 2. Berliner Symposiums „Integrated Palliative Cancer Care“ einen regen gemeinsamen Austausch zu den Herausforderungen in der interprofessionellen und interdisziplinären Zusammenarbeit.

Janett Markwordt                           
Pflegerischen Centrumsleitung               
Charité – Universitätsmedizin              
Centrum für Tumormedizin