Referenten, Panelteilnehmer + Chairs 2018

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Dr. med. Christian Schulz-Quach, London

Für die diesjährige Keynote konnten wir Dr. med. Christian Schulz-Quach zum Thema:

"Wir müssen reden!" - Kommunikation von shades of grey mit onkologischen Patienten und deren Angehörigen. gewinnen.

Das Nebeneinander verschiedener möglicher Krankheits- und Therapieverläufe und sich potentiell verändernder Therapieziele stellen hohe Anforderungen an die Kommunikation mit Krebspatienten und deren Angehörigen. Wie können Graubereiche - im Sinne der Bandbreite zwischen schwarz und weiß - thematisiert werden? Mit wichtigen Erkenntnisse aus der Experimentellen Existentiellen Psychologie und aktuellen Kommunikationsforschung gibt dieser Vortrag praktische Impulse für die herausfordernde Kommunikation in der modernen Krebsmedizin.

Dr. Schulz-Quach ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin aus Deutschland. Seine Ausbildung absolvierte er in Deutschland, Großbritannien und den USA. In London hat er seine psychiatrische Expertise durch zusätzliche Ausbildung im Maudlsey Training Programme erweitert und ist Mitglied im Royal College of Psychiatrists (MRCPsych). Darüber hinaus hat er ein Postgraduiertenstudium in Palliative Care am King' College durchlaufen. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Therapie und Begleitung von Menschen mit Sinnkrisen, existentiellem Leid, Angst und Depression, sowie der Bewältigung von lebensverkürzenden Erkrankungen. Zwischen 2009 und 2015 hat der das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf als stellvertretender Leiter und Oberarzt mit aufgebaut. Seit seinem Umzug nach London ist er Konsiliar-Psychiater am St Christopher's Hospiz in London und lehrt als Visiting Lecturer im Bereich Palliative Care Psychiatrie am King's College London. Dr Schulz-Quach hat in einem neurobiochemischen Themengebiet promoviert und eine Postdoc-Phase am Dana Farber Cancer Institute/Harvard Medical School bei Prof Susan Block verbracht. Derzeit schließt er ein PhD-Programm in Existentiell-Phänomenologischer Psychotherapie in London ab. Seine psychotherapeutische Ausbildung aus Deutschland hat eine psychodynamische Fundierung. Dr Schulz-Quach hat international publiziert und u.a. fünfzehn Bücher im Bereich Palliativmedizin, Psychoonkologie und Wissenschaftsmethodik herausgegeben. Zusammen mit Prof. Martin W. Schnell von der Universität Witten/Herdecke führt er BMBF-geförderte Diskursprojekte zum Thema Sterben und Tod durch.

Dr. Schulz-Quach zur frühen Integration von Palliative Care in die Onkologie/Hämatologie:

"Frühintegration von Palliative Care führt durch randomisiert kontrollierte Studien nachgewiesen zu besserer Lebensqualität, geringere Symptombelastung und erhöhtem psychischen Wohlbefinden bei Patienten mit schwerwiegenden Diagnosen. Darüber hinaus ist für die onkologische Betreuung dieser Patienten aber besonders relevant, dass wir aufgrund der Studienlage nachweisen können, dass Notaufnahmevorstellungen, Intensivstationseinweisungen und Kosten ebenfalls deutlich reduziert werden können. Im Zentrum von frühintegrativer Palliativmedizin stehen kommunikative Interventionen, die eine offene Meinungsfindung und Behandlungsplanung entlang aller medizinisch möglichen und rechtlich erlaubten Begleitungsstrategien ermöglichen. Aus der qualitativen Forschung wissen wir, dass viele Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung um ihr Leben kämpfen und gleichzeitig über den Tod nachdenken. Frühintegrative Palliativmedizin soll Onkologen für diesen Dualismus professionelle Interventionen zur Verfügung stellen, die dabei helfen die Balance zwischen beiden Orientierungen zu halten. In der Konsequenz würden Patienten und ihre Nahestehenden eine individualisierte Medizin erleben, in der Behandlungssinn und Hoffnungsgründe besser nachvollziehbar wären. Im Sterbeprozess von nicht heilbaren Patienten könnte dadurch mehr Raum für Abschied geschaffen werden und primär heilungsorientierte Maßnahmen könnten gezielter eingesetzt werden."

Dr. med. Corinna Leng | Hämatologie/Onkologie, Charité CBF

Mittels Kasuistiken sollen im ersten Teil des Programmes die sich verändernden Behandlungsperspektiven und die damit verbundenen Umdenkprozesse exemplarisch dargestellt werden. Wie wirkt sich eine frühzeitige und sinnvolle Integration von Palliative Care und moderner Krebsbehandlung auf Behandlungsverläufe aus? Welche Möglichkeiten bieten sich den Behandlern in Bezug auf Kommunikation, Therapien und Ziele? 

1. Kasuistik: „Kurative Barrieren der Integration am Beispiel eines Patienten mit Lymphom“

Dr. med. Corinna Leng ist Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie. Sie hat seit 1998 an verschiedenen Campi der Charité gearbeitet. Derzeit ist sie am Campus Benjamin Franklin im MVZ und in der Hochschulambulanz tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Therapie hämatologischer, vor allem lymphoproliferativer Erkrankungen.

Dr. med. Corinna Leng zur frühen Integration von Palliative Care in die Onkologie:

Die Therapie von Erkrankungen mit einer mittelfristigen Prognose stellt eine besondere Herausforderung dar: Die sich im Verlauf ändernde Zukunftsperspektive und sich verändernde Wahrnehmung von Zeit bedeuten Verschiebungen motivationaler Zielsetzungen. Um eine Übereinstimmung zwischen Lebenszielen und gegebenen Lebensumständen und damit Sinn im Leben zu erreichen, verlangt dies ein gelingendes Leben angesichts des Todes. Dementsprechend bedürfen auch therapeutische Ziele sowie das Spektrum palliativmedizinischer Maßnahmen nach dynamischer Anpassung.

Dr. med. Peter Kirschner, Urologische Praxis Berlin

Part 1: Kurativ - Palliativ

Herr Dr. med. Peter Kirschner zum Thema: „Eine Partnerschaft von Diagnose bis zum Tod“ am Beispiel eines Patienten mit Nierenzell-Karzinom"

Dr. med. Peter Kirschner ist Facharzt für Urologie und SAPV-Arzt in Berlin.

In seiner Urologischen Gemeinschaftspraxis hat er den Schwerpunkt Urologische Tumortherapie. 

Nach seinem Studium 1986 erfolgte die Weiterbildung zum Facharzt für Urologie an der Berliner Charité und Promotion im Jahr 1991. 

Schon früh galt sein besonderes Interesse der finalen Versorgung bei infauster Prognose. Seit 2009 verfügt er über die Zusatzbezeichnung und Weiterbildungsberechtigung für Palliativmedizin. Weiterhin ist er Mitglied der Berliner Krebsgesellschaft. In diesem Zusammenhang hält er seit Jahren bundesweit Vorträge für Ärzte und MFA mit den Themenschwerpunkten Palliativmedizin und Schmerztherapie.

Dr. med. Peter Kirschner zur frühen Integration von Palliative Care in die Onkologie:

Viele neue Therapieoptionen haben in den letzten Jahren auch bei urologischen Tumorerkrankungen dazu beigetragen, die Lebenszeit zu verlängern. Im Gegensatz zum Patienten wissen aber meist nur wir, dass die Heilung letztlich nicht gelingt. Der palliative Therapieansatz ist im Rahmen der Tumortherapie allgemein akzeptiert. Im Alltag erfahre ich immer, dass sowohl „Therapeuten“ als auch die betroffenen Patienten. Palliativmedizin als unmittelbare Behandlung in der Sterbephase verstehen. Diese „Schwarz-Weiß-Sicht“, welche durch das SAPV-Antrags-Verfahren ebenso vermittelt wird, führt zu weniger Gestaltungsoptionen der „Grautöne“.  Durch die frühzeitige Kommunikation und Einbindung der Möglichkeiten der Palliativmedizin kann und sollte es uns gelingen, dem Patienten nicht „Leidenszeit“, sondern selbstbestimmte LEBENSZEIT mit unseren therapeutischen Maßnahmen zu ermöglichen.

Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy, Charité Neurochirurgie

Part 1: Kurativ - Palliativ

Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy zur "Diagnose Glioblastom: „Halt auf freier Strecke“.

Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy ist seit 2007 Lehrstuhlinhaber und Direktor der Klinik für Neurochirurgie mit Arbeitsbereich Pädiatrische Neurochirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sein Studium absolvierte er von 1988 bis 1995 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im Jahr 2001 schloss er die Weiterbildung zum Facharzt für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Mannheim ab. Im Anschluss war Prof. Dr. med. Vajkoczy als Oberarzt sowohl in Mannheim als auch an der Universität Heidelberg tätig.

Er ist u.a. Mitglied in diversen internationalen Ausschüssen, wie der German Society for Neurosurgery (DGNC), Spine Society of Europe (EUROSPINE).

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Angiogenese, Mikrozirkulation, akute und chronische Ischämie, Onkologie und Endothelzell-Biologie.

Dr. med. Irmgard Landgraf | Praxis Allgemeinmedizin, Berlin

Dr.med. Karola Wagner | Onkologie, Emil-von-Behring-Krankenhaus

Dr. med. Parwin Mani | SAPV-Ärztin, Berlin

Prof. Dr. med. Bernd Alt-Epping | Palliativmedizin UMG Göttingen

Sabine Dittmar, Mitglied des Deutschen Bundestages | Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion

Axel Doll | Diplom-Pflegepädoge, Palliativzentrum Uni Köln

Prof. Dr. Georg Maschmeyer | Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Ernst-v. Bergmann Klinikum Potsdam

Prof. Dr. Georg Maschmeyer ist Diskutant im Panel - Visionen der Integration

Prof. Dr. Georg Maschmeyer ist Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie und für Infektiologie. Nach klinischer Tätigkeit in Essen war er von 1994-2004 Oberarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie an den Campi Berlin-Buch und Virchow-Klinikum. Seither ist er Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und leitet dort auch das Interdisziplinäre Onkologische Zentrum.

Prof. Dr. med. G. Maschmeyer zur frühen Integration von Palliative Care in die Onkologie:

„Die frühe Integration der Palliativmedizin in das Behandlungskonzept bei hämatologisch-onkologischen Patienten ist für uns in Potsdam täglich gelebte Selbstverständlichkeit. Mit der Psychoonkologie und der Palliativstation innerhalb der eigenen Klinik ist die spezielle palliative Versorgung stetig präsent und verfügbar. Die ärztliche Palliativversorgung erfolgt nicht separat vom hämatologisch-onkologischen Team, so dass die Patienten zur Wahrnehmung der palliativmedizinischen Angebote keine Schwelle in eine andere Umgebung überschreiten müssen.“

 

 

Prof. Dr. Georg Maschmeyer

Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin

Vorsitzender des Tumorzentrums Potsdam

Ärztlicher Leiter des Interdisziplinären Onkologischen Zentrums

Klinikum Ernst von Bergmann

Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité

Charlottenstr. 72

14467 Potsdam

Tel. 0331-241-36001

Fax 0331-241-36000

e-mail georg.maschmeyer(at)klinikumevb.de

Prof. Dr. Ulrich Keilholz | Direktor des Charité Comprehensive Cancer Center Berlin

Dr. med. Wiebke Nehls, Vorstandsmitglied DGP

Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann, DGHO

PD Dr. med. Anne Letsch | Hämatologie/Onkologie, Charité CBF

Prof. Dr. L. Bullinger | Hämatologie/Onkologie, Charité CVK

Dr. med. Karin Barnard | Paul-Gerhard-Diakonie

Dr. rer. nat. Ute Goerling | Psychoonkologie, Charité CCC

Cindy Stoklossa | Sozialdienst, Charité

PD Dr. med. Peter Thuss-Patience | Hämatologie/Onkologie, Charité CVK

Dipl.-Psych. A. Behzadi | Hämatologie/Onkologie, Charité CVK