Das Bild zeigt einen Arzt, der bei einer jungen Patientin eine Augenuntersuchung durchführt.

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Dr. med. Christian Schulz-Quach, London

Für die diesjährige Keynote konnten wir Dr. med. Christian Schulz-Quach zum Thema:

"Wir müssen reden!" - Kommunikation von shades of grey mit onkologischen Patienten und deren Angehörigen. gewinnen.

Das Nebeneinander verschiedener möglicher Krankheits- und Therapieverläufe und sich potentiell verändernder Therapieziele stellen hohe Anforderungen an die Kommunikation mit Krebspatienten und deren Angehörigen. Wie können Graubereiche - im Sinne der Bandbreite zwischen schwarz und weiß - thematisiert werden? Mit wichtigen Erkenntnisse aus der Experimentellen Existentiellen Psychologie und aktuellen Kommunikationsforschung gibt dieser Vortrag praktische Impulse für die herausfordernde Kommunikation in der modernen Krebsmedizin.

Dr. Schulz-Quach ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin aus Deutschland. Seine Ausbildung absolvierte er in Deutschland, Großbritannien und den USA. In London hat er seine psychiatrische Expertise durch zusätzliche Ausbildung im Maudlsey Training Programme erweitert und ist Mitglied im Royal College of Psychiatrists (MRCPsych). Darüber hinaus hat er ein Postgraduiertenstudium in Palliative Care am King' College durchlaufen. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt in der Therapie und Begleitung von Menschen mit Sinnkrisen, existentiellem Leid, Angst und Depression, sowie der Bewältigung von lebensverkürzenden Erkrankungen. Zwischen 2009 und 2015 hat der das Interdisziplinäre Zentrum für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf als stellvertretender Leiter und Oberarzt mit aufgebaut. Seit seinem Umzug nach London ist er Konsiliar-Psychiater am St Christopher's Hospiz in London und lehrt als Visiting Lecturer im Bereich Palliative Care Psychiatrie am King's College London. Dr Schulz-Quach hat in einem neurobiochemischen Themengebiet promoviert und eine Postdoc-Phase am Dana Farber Cancer Institute/Harvard Medical School bei Prof Susan Block verbracht. Derzeit schließt er ein PhD-Programm in Existentiell-Phänomenologischer Psychotherapie in London ab. Seine psychotherapeutische Ausbildung aus Deutschland hat eine psychodynamische Fundierung. Dr Schulz-Quach hat international publiziert und u.a. fünfzehn Bücher im Bereich Palliativmedizin, Psychoonkologie und Wissenschaftsmethodik herausgegeben. Zusammen mit Prof. Martin W. Schnell von der Universität Witten/Herdecke führt er BMBF-geförderte Diskursprojekte zum Thema Sterben und Tod durch.

Dr. Schulz-Quach zur frühen Integration von Palliative Care in die Onkologie/Hämatologie:

"Frühintegration von Palliative Care führt durch randomisiert kontrollierte Studien nachgewiesen zu besserer Lebensqualität, geringere Symptombelastung und erhöhtem psychischen Wohlbefinden bei Patienten mit schwerwiegenden Diagnosen. Darüber hinaus ist für die onkologische Betreuung dieser Patienten aber besonders relevant, dass wir aufgrund der Studienlage nachweisen können, dass Notaufnahmevorstellungen, Intensivstationseinweisungen und Kosten ebenfalls deutlich reduziert werden können. Im Zentrum von frühintegrativer Palliativmedizin stehen kommunikative Interventionen, die eine offene Meinungsfindung und Behandlungsplanung entlang aller medizinisch möglichen und rechtlich erlaubten Begleitungsstrategien ermöglichen. Aus der qualitativen Forschung wissen wir, dass viele Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung um ihr Leben kämpfen und gleichzeitig über den Tod nachdenken. Frühintegrative Palliativmedizin soll Onkologen für diesen Dualismus professionelle Interventionen zur Verfügung stellen, die dabei helfen die Balance zwischen beiden Orientierungen zu halten. In der Konsequenz würden Patienten und ihre Nahestehenden eine individualisierte Medizin erleben, in der Behandlungssinn und Hoffnungsgründe besser nachvollziehbar wären. Im Sterbeprozess von nicht heilbaren Patienten könnte dadurch mehr Raum für Abschied geschaffen werden und primär heilungsorientierte Maßnahmen könnten gezielter eingesetzt werden."

Dr. med. Corinna Leng, Berlin

Dr. med. Peter Kirschner, Urologische Praxis Berlin

Prof. Dr. med. Peter Vajkoczy, Charité Neurochirurgie