Fatigue - Tumorassoziierte Erschöpfung erkennen und bewältigen

 "Die Tumorerschöpfung, auch Fatigue genannt, bedeutet eine außerordentliche Müdigkeit, mangelnde Energiereserven oder ein massiv erhöhtes Ruhebedürfnis, das absolut unverhältnismäßig zu vorangegangenen Aktivitätsänderungen ist." David Cella, 1995

  Das heißt, Fatigue stellt eine krankhafte Ermüdung dar, die den Patienten extrem belastet. Die Erschöpfung lässt sich durch normale Erholungsmechanismen nicht beheben. Auch Schlaf führt nicht zur Regeneration. Fatigue lässt sich nicht auf eine Ursache reduzieren, man spricht von einem multifaktoriellen oder auch multikausalen Geschehen. 

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Diagnosekriterien der tumorassoziierten Fatigue nach Cella (2001)

  • Müdigkeit, Energiemangel oder unverhältnismäßig gesteigertes Ruhebedürfnis

  • Gefühl der allgemeinen Schwäche oder Gliederschwere

  • Konzentrationsstörungen

  • Mangel an Motivation, den normalen Alltagsaktivitäten nachzugehen

  • Schlaflosigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis

  • Erleben des Schlafes als wenig erholsam

  • Gefühl, sich zu jeder Aktivität zwingen zu müssen

  • Ausgeprägte emotionale Reaktion auf die Erschöpfung (z.B. Niedergeschlagenheit, Frustration, Reizbarkeit)

  • Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags

  • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses

  • nach körperlicher Anstrengungen mehrere Stunden andauerndes Unwohlsein

 

Zusammenfassung

Die tumorassoziierte Fatigue ist das häufigste Folgeproblem einer Tumorerkrankung und -Behandlung und kann in allen Krankheitsphasen auftreten.

Bei allen Tumorpatienten sollte in regelmäßigen Intervallen ein Screening auf Fatigue erfolgen, um frühzeitig eine Therapie einleiten zu können. 

Für die Diagnostik sind eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung und Basislabordiagnostik in der Regel ausreichend.

Trainingsprogramme für Ausdauer- und Krafttraining und psychosoziale Ansätze wie Psychoedukation und kognitiv-behavoriale Therapien bewährten sich in der CRF-Behandlung. Mind-body-Interventionen können ergänzend eingesetzt werden.

Die besten Therapieerfolge sind von einem multimodalen Therapiekonzept zu erwarten.

Unsere Tipps für Sie zur Bewältigung einer Fatigue

1.) Tumor-Fatigue Sprechstunde an der Charité

Campus Virchow Klinikum:

- Terminvereinbarung unter Tel.: 030/450 624 103, Mo-Fr 08:00-11:00

Campus Benjamin Franklin:

- Terminvereinbarung unter Tel.: 030/450 513 514 oder 450 513 515

- oder per E-Mail an: tumorfatigue(at)charite.de

Bitte informieren Sie sich vorab auf der Website des Charité Fatigue Centrums:  cfc.charite.de/fuer_patienten/Sprechstunden/

Das Angebot gilt für Patienten nach abgeschlossener Tumorbehandlung (6 Monate)

2.) Offene Selbsthilfegruppe für Fatiguebetroffene der Berliner Krebsgesellschaft

Treffen: jeden letzten Freitag im Monat, 16-18 Uhr

bei Interesse: 030/ 283 24 00

mehr Informationen erhalten Sie unter: http://www.berliner-krebsgesellschaft.de/leben-mit-krebs/krebsselbsthilfe/

3.) Sportprogramm am CBF 

- dienstags 10:30-11:30

- 40 Minuten Zirkeltraining auf der Matte + 20 Minuten PMR 

- Anmeldung: 030/8445 2679 

- Kosten: für 6 Termine etwa 30-35€ (bitte individuell erfragen) 

- wichtig: es wird eine Heilmittelverordnung über KGG (Krankengymnastik am Gerät) benötigt