Allogene Stammzelltransplantation

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Die allogene Stammzelltransplantationen ist bei einigen hämatologischen Erkrankungen ein wichtiges und kuratives Behandlungselement. Als Transplantationszentrum sind wir Mitglied nationaler und internationaler Organisationen (European Society for Blood and Marrow Transplantation; Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation e.V.).

An der Charité – Universitätsmedizin Berlin werden alle allogenen Stammzelltransplantationen seit 2013 auf der Station 50, der erweiterten Transplantationseinheit im Campus Virchow-Klinikum durchgeführt, zu deren leitenden Ärzten Prof. Dr. Igor Wolfgang Blau zählt.

Ambulante Betreuung im CBF

In der Knochenmarktransplantationsambulanz im Standort Campus Benjamin Franklin sind mit Dr. Blau, Dr. Kathrin Rieger und Dr. Axel Nogai drei Ärzte beschäftigt, die langjährige Erfahrung mit der Durchführung von allogenen Stammzelltransplantationen haben.

 

 

Im Vordergrund unserer Tätigkeit im Vorfeld der Transplantation stehen:

  • Die Beratung von Patienten und deren Angehörigen in Hinblick auf die hämatologische Erkrankung und die persönliche Situation des Patienten.
  • Die Aufklärung über die Chancen und Risiken der Transplantation.
  • Die Formulierung einer Zweitmeinung, wenn Patienten sich an uns wenden und darum bitten, nachdem sie sich bereits in einem anderen Zentrum vorgestellt hatten.

Vorbereitende Therapien

Für den Erfolg einer allogenen Stammzelltransplantation ist wesentlich, dass sich zum Zeitpunkt der Transplantation möglichst wenig bösartige Zellen im Körper befinden, sich der Patient in einer möglichst guten Remission befindet. In den Lymphom- und Leukämiekonferenzen unseres Klinikums werden Behandlungsstrategien diskutiert und festgelegt; die Patienten, die für eine allogene Transplantation qualifizieren, werden dann frühzeitig in der wöchentlich stattfindenden Transplantationskonferenz besprochen. Wir veranlassen die Gewebetypisierung von Patienten und deren Geschwistern und leiten die Spendersuche über das Charité Suchzentrum ein. Der bestehenden "kurze Draht" zur Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) und deren Spenderdatei war wiederholt hilfreich zur raschen Auffindung eines nicht verwandten Spenders. So wird ein reibungsloser Ablauf erreicht, ein Zeitverzug vermieden und die Erkrankung effektiv behandelt.

Nachbetreuung

Unmittelbar nach der Transplantation wird die Immun-Therapie überwacht, die Transplantatfunktion wird beurteilt, Infektionen werden verhindert und Dosierungen und Gaben von Medikamenten werden individuell angepasst.

Kurzfristige oder unangemeldete Vorstellungen sind möglich.

Dabei arbeiten wir eng mit den niedergelassenen Kollegen zusammen.

Graft-versus-Host-Erkrankung

Das Auftreten von Abstoßungsreaktionen nach der Stammzelltransplantation (Graft-Versus-Host-Erkrankung) kann bei schweren Verläufen ein für den Patienten sehr belastendes Ereignis sein, medizinisch ist dies ebenfalls sehr herausfordernd. Durch regelmäßige, engmaschige Kontrollen können wir, unsere langjährige Erfahrung nutzend, die GVHD frühzeitig erkennen, um schwere Verläufe zu verhindern. Sollte die Erkrankung fortschreiten, stehen uns moderne Therapieverfahren zur Verfügung:

Von extrakorporalen Photophoresen (Dr. Michael Notter) bis zum Einsatz von neuen Medikamenten, z.B. den Tyrosinkinaseinhibitoren.

Nicht zuletzt sehen wir die Koordination von Physiotherapie, Ernährungsberatung und psychoonkologischer Betreuung als unsere Aufgabe.