CAR-T-Zell-Therapie

und weitere zelluläre Therapien

 

 

 

 

T-Zellen (rot gefärbt) beim Angriff auf eine Krebszelle

(Foto: © Rita Elena Serda, National Institutes of Health)

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Prinzipien der CAR-T-Zell-Therapie

© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine neuartige, innovative Therapie für bestimmte Krebserkrankungen, bei der mit gentechnologischen Methoden körpereigene Abwehrzellen außerhalb des Körpers so verändert werden, dass sie nach Rückgabe besonders effektiv und vergleichsweise zielgenau bösartige Zellen bekämpfen. Sie repräsentiert dabei eine vierte Säule in der Krebstherapie neben der Bestrahlung, klassischer Chemotherapie und operativen Verfahren und verbindet Elemente der Zell-, Immun- und Gentherapie.

CAR ist ein Akronym als Abkürzung für Chimeric Antigen Receptor. Es handelt sich um ein synthetisches Eiweißmolekül, welches Eigenschaften des natürlichen Erkennungsrezeptors sog. T-Zellen des Immunsystems mit einer speziellen Erkennungsdomäne kombiniert. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung von CAR-T-Zellen, die das Oberflächenmolekül CD19 erkennen, das sowohl auf normalen als auch auf bösartigen B-Zellen vorkommt, d. h. auf Immunzellen, welche für die Produktion von Antikörpern verantwortlich sind und bei Entartung zu Leukämien und Lymphdrüsenkrebs führen können.

Indikationen und Zulassung der CAR-T-Zell-Therapie

In unserem Zentrum ist im Rahmen der Zulassung derzeit eine CAR-T-Zell-Therapie bei Patientinnen und Patienten mit refraktärer oder rezidivierter lymphoblastischer Leukämie (ALL) im jungen Erwachsenenalter sowie bei mindestens zweifach vorbehandeltem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) möglich.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Indikationen werden im Rahmen von Studien geprüft.

Ablauf der CAR-T-Zell-Therapie

© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

1) Indikationsprüfung, Aufklärung und Beratung

In persönlichen Gesprächen und speziellen Untersuchungen sowie anhand von Unterlagen zum bisherigen Krankheits- und Therapieverlauf wird geprüft, ob eine CAR-T-Zell-Therapie für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten in Frage kommt. Es erfolgen umfangreiche Aufklärungsgespräche über die Chancen, den Ablauf aber auch die nicht unerheblichen Risiken und Nebenwirkungen dieses Therapieverfahrens.

1) Leukapharese

Sogenannte T-Zellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, werden durch ein spezielles Filterverfahren aus dem Blut der Patientin oder des Patienten isoliert und gesammelt. Im Anschluss erfolgt der gefrorene Versand an ein hochspezialisiertes biotechnologisches Labor.

2) Gentransfer

Im Speziallabor erfolgt die gentechnologische Modifikation der Abwehrzellen. Mit Hilfe besonderer Viren wird die Erbinformation zu Bildung des CARs in die Zellen eingeschleust: Eine "Bauanleitung" mit welcher die Zellen selbst den CAR bilden können.

3) Expansion und Qualitätskontrollen

Die Zellen werden - weiterhin außerhalb des Körpers - vermehrt. Es folgen intensive und umfassende Qualitätskontrollen, bevor die fertigen Zellprodukte an unsere Klinik zurückgesandt werden.

4) Lymphodepletierende Konditionierungstherapie

Damit die CAR-T-Zellen ausreichend Raum zur erfolgreichen Vermehrung im Körper haben, was eine wichtige Voraussetzung für eine wirksame Immunreaktion gegen den Tumor ist, muss eine vorbereitende Chemotherapie erfolgen, durch die körpereigene Abwehrzellen vorab reduziert werden.

5) Infusion der CAR-T-Zellen

Unter Berücksichtigung besonderer Vorsichtsmaßnahmen, zu der auch die Vorab-Gabe antiallergischer Medikamente zur Verhinderung von akuten Abwehrreaktionen gehört, werden die Zellen als Transfusion verabreicht. Die CAR-T-Zellen verbreiten und vermehren sich im Körper zur Bekämpfung der bösartigen Krebszellen.

6) Überwachung und Management von Komplikationen

Nach der Rückgabe der CAR-T-Zellen ist eine spezifische Überwachung von mehreren Tagen erforderlich, um insbesondere das Auftreten schwerer Komplikationen und Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie früh erkennen zu können. Hierzu zählen insbesondere das sog. Zytokin-Freisetzungssyndrom sowie unerwünschte Wirkungen, die das zentrale Nervensystem (ZNS) betreffen können. Es ist wichtig, diesen Komplikationen so früh wie möglich entgegen zu wirken. Nach dieser Phase der Behandlung erfolgt dann eine ambulante Nachbetreuung unserer Patientinnen und Patienten.

Wir sind zertifiziertes Zentrum mit voller Zulassung zur Durchführung der CAR-T-Zell-Therapie

Klinische und experimentelle Forschung zu CAR-T- und T-Zell-Rezeptor-basierten Therapien

Wir bieten die Teilnahme an klinischen CAR-T-Zell-Studien an zur Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten und Entwicklung neuer therapeutischer Strategien. Darüber hinaus beschäftigen sich mehrere Arbeitsgruppen unserer Klinik mit der Erforschung und Etablierung T-Zell-Rezeptor-basierter Immuntherapien.

Anfragen richten Sie bitte an

die 24h-Hotline der/des diensthabenden Oberärztin/-arztes:

+49 172 588 63 92

sowie die unten genannten ärztlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Zur Evaluation und Vorbereitung einer CAR-T-Zell-Therapie bieten wir eine eigene Spezialsprechstunde an.



Rechtlicher Hinweis:

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Informationen garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung oder Aufklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt, eine Apothekerin oder einen Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur ggf. eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden stets Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt.