Maligne Lymphome

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Überblick

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik ist die Behandlung von Lymphomen. Diese Krebserkrankungen leiten sich von spezialisierten Zellen des Immunsystems, den sog. B- und T-Lymphozyten, ab. Der Begriff "Lymphome" kann sich dabei auf sehr unterschiedliche Krankheitsbilder beziehen, die sich in ihrem klinischen Erscheinungsbild, ihrem Verlauf und ihrer Therapie sehr stark unterscheiden. Ziel ist es daher, für jeden Patienten die jeweils richtige und am besten geeignete Therapie zu finden. Wir können dabei aufgrund der hohen Patientenzahlen (etwa 300 neudiagnostizierte Lymphomfälle pro Jahr in unserer Klinik) auf eine sehr umfangreiche Erfahrung zurückgreifen. Wichtig ist für uns die enge Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen unserer Klinik, wie z. B. der Pathologie, der diagnostischen und interventionellen Radiologie, der Strahlentherapie und den chirurgischen Abteilungen, um eine optimale Betreuung unserer Patienten zu gewährleisten. Therapieentscheidungen werden im Rahmen der Tumorkonferenzen des Charité Comprehensive Cancer Centers (CCCC) gemeinsam mit erfahrenen Experten der verschiedenen Standorte der Charité und der unterschiedlichen Fachrichtungen diskutiert und getroffen. Ein wichtiges Anliegen ist uns die Teilnahme an klinischen Studien, um unseren Patienten einen Zugang zu den neuesten medizinischen Entwicklungen und Therapieverfahren bieten zu können. Einen besonderen Focus unserer Abteilung bildet die Fortentwicklung und klinische Anwendung der Immuntherapie, die in den letzten Jahren ganz neue Möglichkeiten der Behandlung eröffnet hat. Dies geschieht nicht nur im Rahmen laufender klinischer Studien, sondern auch durch intensive wissenschaftliche Forschung, die gemeinsam zwischen der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) durchgeführt wird und Teil des neu gegründeten Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health, BIH) ist. 

Das Hodgkin-Lymphom

Das Hodgkin-Lymphom wird aufgrund seiner besonderen tumorbiologischen und klinischen Merkmale traditionell von allen anderen Lymphomformen, den sog. Non-Hodgkin-Lymphomen, abgegrenzt. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Hodgkin-Lymphom von einer einst fatalen Diagnose zu der am besten zu behandelnden Lymphomerkrankung gewandelt. Inzwischen ist es möglich, selbst in fortgeschrittenen Stadien Heilungsraten von über 80% zu erzielen. Die Therapie des Hodgkin-Lymphoms basiert auf dem Einsatz von Chemo- und Strahlentherapie, wobei sich die Art bzw. Intensität der Chemotherapie und die Notwendigkeit der Bestrahlung nach dem Stadium der Erkrankung, dem Vorliegen von Risikofaktoren und dem Ansprechen auf die Therapie richten. Ziel der Behandlung ist es heutzutage, möglichst hohe Heilungsraten mit möglichst geringen unerwünschten Wirkungen zu erzielen. Dabei ist insbesondere die Vermeidung von Spätkomplikationen wie Infertilität, Folge-Krebserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine zentrale Aufgabe. Wir versuchen dieser Herausforderung durch eine dem individuellen Risikoprofil angepasste Behandlung gerecht zu werten. Eine sehr wichtige Rolle bei unseren Bemühungen spielt die Auswahl der Therapie auf der Basis einer persönlichen Aufklärung und Beratung, um so eine individuelle Entscheidung zwischen verschiedenen Verfahren der Chemotherapie (ABVD versus BEACOPP) und über den Einsatz der Strahlentherapie zu ermöglichen. Darüber hinaus spielt die Steuerung der Therapieintensität in Abhängigkeit vom Ansprechen (z. B. mittels PET-CT) eine wichtige Rolle. In der Rezidivsituation verfügt unsere Klinik über umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation sowie den Einsatz Antikörper-basierter immuntherapeutischer Verfahren. 

Das Non-Hodgkin-Lymphom

Die Klassifizierung der Non-Hodgkin-Lymphome erscheint auf den ersten Blick verwirrend, doch lassen sich vereinfachend zwei große Gruppen unterscheiden, die sog. niedrigmalignen und hochmalignen Lymphome, bei denen auch unterschiedliche Therapiestrategien verfolgt werden (mehr Details zu den einzelnen Lymphomtypen finden Sie z. B.  der Internet-Seite des Kompetenznetz Maligne Lymphome Link: www.lymphome.de). Die niedrigmalignen oder auch indolenten Lymphome zeigen im Allgemeinen ein langsameres Wachstum, sind jedoch durch herkömmliche Therapien nur selten vollständig zu heilen. Daher ist es das grundsätzliche Ziel, durch eine sorgfältige Auswahl verschiedener Therapien möglichst lange Krankheitsverläufe mit hoher Lebensqualität zu erreichen. Dabei spielen neben der klassischen Chemotherapie in zunehmendem Maße auch zielgerichtete Therapien gegen zentrale Moleküle der Signalübertragung in den Tumorzellen oder immunmodulatorische Ansätze eine Rolle, eine Entwicklung, die in den nächsten Jahren noch stärkere Bedeutung gewinnen wird und der wir uns besonders verpflichtet fühlen. Die hochmalignen oder aggressiven Lymphome hingegen sind durch ein schnelles Wachstum gekennzeichnet, wobei sie zugleich aber auch empfindlicher gegenüber einer Therapie sind. In diesen Fällen kann durch eine Immunochemotherapie bei einem hohen Prozentsatz aller Patienten eine Heilung erreicht werden. Es besteht allerdings die Herausforderung, eine dem individuellen Risikoprofil angepasste Behandlung zu wählen, um auch bei Patienten mit hohem Risiko gute Behandlungsergebnisse erreichen zu können. Zu unseren Schwerpunkten gehört zudem die Behandlung von Patienten mit Rückfall eines hochmalignen Lymphoms. Hierzu gehört die Rezidivtherapie bis hin zur Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation sowie die Beteiligung an klinischen Studien, um auch bei einem Rückfall nach Hochdosistherapie oder bei Patienten, die für eine solche Therapie nicht in Frage kommen, die Behandlungsaussichten verbessern zu können. Einen weiteren Schwerpunkt unseres Zentrums mit hohen Patientenzahlen bildet die Therapie von Lymphomen des zentralen Nervensystems (primäre ZNS-Lymphome), wobei wir das gesamte Behandlungsspektrum bis hin zur Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation anbieten (www.tumor-online.de/forschung/neuroonkologie/#c185212). 

Klinische Studien am CBF

Informieren Sie sich auch über unsere klinischen Therapiestudien